Roma in Hamburg - Gegen Abschiebungen

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BLEIBERECHT FÜR ROMA - Aktionstage vom 23.-25.März 2012

Thu, 22/03/2012 - 11:59
Den 24. März – den 13. Jahrestag der Bombardierung des ehemaligen Jugoslawiens - nehmen wir zum Anlass für eine Demonstration gegen Krieg, gegen Abschiebung und für ein bedingungsloses Bleiberecht für Roma. Mit den Aktionstagen wollen wir die Flüchtlinge in ihrem Widerstand unterstützen und ein Zeichen setzen gegen Krieg und gegen eine rassistische (Flüchtlings-)Politik, deren Kern die systematische und effiziente Ausgrenzung und das Einsperren von Menschen ist.Flyer PDF
  • Freitag, 23.03.2012
    • Multimediale Ausstellung im Foyer der Kantine des Jungen Theaters
    • mit Bildern und Interviews der Januar 2012 Recherchereise des
    • Roma Center Göttingen e.V in den Kosovo, ab 17 Uhr
    • Film und Diskussion in der Kantine, Junges Theater, 20 Uhr
    • Balkan Beats Party im Jungen Theater, ab 22 Uhr
  • Samstag, 24.03.2012
    • Demonstration, Rosenwinkel (leineseitig), 11 Uhr;
    • Kundgebung und Demonstration Bleiberecht für Roma, 12 Uhr, Gänseliesel
  • Sonntag, 25.03.2012
    • Gastspiel "Die im Dunkeln", Junges Theater, 20 Uhr
Bleiberecht für Roma - na klar!In den kommenden Monaten wird das Deutsch-Kosovarische Rückübernahmeabkommen auslaufen. Dadurch sind über 10.000 - grösstenteils - Roma von der Abschiebung in den Kosovo bedroht. Allein in Göttingen betrifft dies über 400 Personen, oft Familien mit Kindern, die schon sehr lange in Deutschland leben. Erst vor wenigen Tagen wurde in dieser aktuellen Abschiebewelle Fr. Saciri mit ihren 3 Kindern, die seit 1993 in Göttingen lebten, in die Illegalität gezwungen! Pressebericht in der HNA und bei Monsters vom 21.03.2012Organisiert Abschiebeschutz für Roma!Alle - auch die Bundesregierung - wissen, dass die anhaltende Diskriminierung der Roma ihnen in ihren Herkunftsländern jede Zukunft verbaut, ja verbauen soll. Es liegt deshalb an uns, den Roma hier Sicherheit und eine soziale Perspektive zu schaffen. Nicht nur im Hinblick auf unsere historische Verantwortung, sondern auch aus Gründen der Humanität und der internationalen Solidarität. Eine parlamentarische Kommission, die Ende Januar auf Delegationsreise in Kosovo war, hat sich von schönen Worten der albanischen Moderatoren blenden lassen. Und trotzdem hat die Baden-Württembergische Landesregierung daraufhin einen Abschiebestpü erlassen. Zwei kontroverse Radiointerviews mit der grünen Landtagsabgeordneten, Delegationsteilnehmerin und Vorsitzenden des Petitionsausschusses Beate Böhlen und Kenan sind bei Radio Dreyeckland nach zu hören. Ein eigener Bericht vom Roma-Center Göttingen hier nach zu lesen.alle bleiben!

Roma Center Göttingen e.V.
Postfach 30 05
37020 Göttingen
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www.roma-center.de
mail@roma-center.de

Kefaet und Selami Prizreni sollen zurück nach Deutschland!

Thu, 08/03/2012 - 22:52
http://www.alle-bleiben.info/news/info-news93.htm

Liebe Leute,
Kefaet und Selami aus Essen haben mit Hilfe ihrer Familie die Stadt Essen wegen ihrer Abschiebung verklagt und in der nächsten Woche am 14.03.2012 soll von dem Gericht entschieden werden, ob es tatsächlich nicht rechtsmäßig war die beiden Abzuschieben. In dieser Zeit hat sich Kefaet in einem Brief an die Öffentlichkeit gewandt, den man hier lesen kann und in dem er eindrücklich beschreibt, wie sein Leben und das seines Bruders durch die Abschiebung verändert wurde. Er hofft sehr, dass sich ein breiter öffentlicher Unterstützerkreis für ihn und seine Familie findet, damit sie wieder zurück nach Deutschland können.
Kefaet und Selami haben über 20 Jahre in Deutschland gelebt. Kefaet war noch ein kleines Kind, als seine Eltern hier her kamen und Selami wurde in Deutschland geboren. Hier haben sie die Schule besucht, Gearbeitet und Musik gemacht. Die beiden waren international anerkannte Hip Hop Musiker, szenebekannte Größen und standen kurz davor von ihrer Musik sogar leben zu können. Bevor es aber soweit kommen konnte wurden sie zusammen am 17. März 2010 aus Deutschland abgeschoben und dabei vom Rest ihrer Familie getrennt. Auch Kefaets zwei Kinder leben jetzt ohne ihren Vater in Deutschland.
Im Kosovo geht es den beiden sehr schlecht. Sie wurden oft auf offener Straße angegriffen, weil sie Roma sind und waren zwischenzeitlich sogar obdachlos. Es ist schwierig für Roma eine Wohnung zu finden und ohne festen Job ist es jeden Monat eine neue Herausforderung irgendwie das Geld für die Miete zusammen zu bekommen.
Die beiden haben zwischenzeitlich bei einem auf Deutschland spezialisierten Callcenter gearbeitet wurden aber wiederholt um den Großteil ihres Lohnes betrogen, oder auch gar nicht bezahlt, so dass sie immer Schwierigkeiten hatten Miete und Rechnungen zu begleichen. Als Roma ohne Familie oder starke Beziehungen vor Ort erkannten sie sich schnell in der Situation, dass sie keinerlei Mittel haben sich hiergegen zur Wehr zu setzen.
Ihre Familie in Deutschland versucht zwar sie zu unterstützen, kann dies aber nicht in dem Umfang leisten, wie es nötig wäre um wenigstens die Grundbedürfnisse der beiden zu sichern. Das Geld und die Kraft ihrer Familie in Deutschland fließt nämlich auch in einen Prozess gegen die Stadt Essen.
Bitte unterstützen Sie ihre Rückkehr mit einer Unterschrift.
 http://openpetition.de/petition/online/kefaet-und-selami-prizreni-sollen-zurueck-nach-deutschland

Hier ein Song und ein Musikvideo, die sie früher in Deutschland gemacht haben:http://www.myspace.com/music/player?sid=52688389&ac=nowhttp://www.youtube.com/watch?v=QhL07gEiiRE

Reise bericht von Alle Bleiben in Kosovo und Serbien

Fri, 24/02/2012 - 18:58

Roma im Kosovo und Serbien
Unwillkommen und abgedrängt an den Rand der GesellschafEinleitungEines fällt besonders auf bei unseren besuchen verschiedener Roma-Familien in Serbien und Kosovo: Niemand hat eine feste Arbeitsstelle. Manche schlagen sich täglich mit Gelegenheitsjobs durch oder sind angewiesen auf spärliche fließende Hilfszahlungen von verwandten im Ausland. Eine Planungssicherheit, die Perspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten ermöglichen würde gibt es nicht. Roma unterscheiden sich äußerlich meist von der Mehrheitsbevölkerung und sind daher leicht als Roma zu erkennen. Dies führt dazu, dass ihnen Diskriminierungen in jedem Bereich des Lebens begegnen, sei es bei der Arbeitssuche, beim Arzt, Schulbesuch oder Behördengängen. Als Roma können sie immer damit rechnen, dass sie ihr Gegenüber als „Mensch zweiter Klasse“ betrachtet und dies auch zu spüren gibt ... Bis hin zu körperlich gewalttätigen Attacken auf offener Straße. Aufgrund der allgemeinen Akzeptanz von Rassismus und weit verbreiteter Romafeindlichkeit in der Gesellschaft Kosovos und Serbiens haben Roma in solchen Fällen kaum eine Chance sich zur Wehr zu setzen und Unterstützung zu bekommen. Dies schließt sogar die Polizei mit ein! Es gibt zahlreiche Berichte von Roma, die von der Polizei grundlos, oder auf einen unbestätigten Verdacht hin misshandelt wurden oder deren Anzeigen ins lächerliche gezogen und nicht angenommen wurden. So bleiben Körperverletzungen oder der Betrug um Arbeitslöhne gegenüber Roma oft ohne Folgen für die Täter.
 
Auch unser Team kann von der Willkür der kosovarischen Polizei gegenüber Roma aus eigener Erfahrung berichten.
Ihr Vater wurde wegen "Kindesentführung" zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt. Wir haben von den Familien, die wir besuchen konnten mehrfach Berichte über polizeiliche Willkür und Schikane erhalten und mussten sogar selber erleben, wie es ist in einer Gruppe mit drei Roma unterwegs zu sein. Kaum hatte unser erster Tag im Kosovo begonnen wurden wir nach dem Frühstück auf offener Straße ohne ersichtlichen Grund festgenommen. Man hielt uns mehr als 5 Stunden fest, kontrollierte unsere Pässe immer wieder, durchsuchte unser gesamtes Gepäck und befragte uns ausgiebig zu unseren Verhältnissen zueinander. Hierbei konnte es sich der befragende Polizist nicht verkneifen mehrere nationalistische und romafeindliche Kommentare zu machen und eine bedrohliche und schikanöse Atmosphäre aufzubauen. Als es bereits anfing dunkel zu werden ließ man uns wieder frei, ohne dass die Festnahme zu irgendeinem Ergebnis geführt hätte. Am Folgetag wurde unsere Gruppe übrigens wieder grundlos festgenommen. Dieses Mal hatten wir aber Glück, da wir bereits nach einer halben Stunde wieder gehen durften. Es war schon später Abend.Eine Familie, die erst vor wenigen Wochen abgeschoben wurde berichtet von einer kompletten Hausdurchsuchung (wegen angeblichen Verdacht auf Waffenbesitz) durch schwer bewaffnete Polizisten. Auch hier blieb die Durchsuchung ohne Ergebnis, wenn man davon absieht, dass die ganze Familie seit dem zutiefst verängstigt ist und vor allem die sechs Kinder zwischen 9 bis 20 Jahren mit diesen belastenden Erlebnissen zusätzlich zum Erlebnis der Abschiebung kaum umgehen können.Ein anderer Familienvater, der auch 2011 abgeschoben wurde, berichtet uns mehrmals auf der Straße von seinen Nachbarn bedroht worden zu sein. Seine Anzeige bei der Polizei blieb ohne jede Folge, so dass er jetzt kaum noch das Haus verlässt und die Kinder von Freunden zur Schule gebracht werden, weil auch seine Frau Angst hat raus zu gehen. Sie sagen, sie fühlen sich wie im Gefängnis.
 
Romasiedlung bei Gjakova direkt an einer Müllkippe.
Fushe Kosova: Kosovos größte noch existierende Romasiedlung Allgemein viel bei den Interviews mit einheimischen, also nicht abgeschobenen Roma, auf, dass zuerst Antworten kamen wie: „Ich fühle mich sicher und habe keine Probleme mit Diskriminierung“ sich aber später im Verlauf des Gespräches herausstellte, dass sich diese empfundene Sicherheit nur auf das jeweilige, ausschließlich von Roma bewohnte, Mahala bezog. Auf unsere Nachfrage, ob sie sich auch außerhalb des Mahalas sicher fühlen und keiner Diskriminierung begegnen wurde dann in den meisten Fällen überrascht reagiert. „Natürlich, wenn ich raus gehe, gibt es die üblichen Beschimpfungen und manchmal auch Schläge.“ Für diese Menschen ist die Diskriminierung außerhalb des Mahalas offensichtlich schon so selbstverständlich, dass sie die nicht für erwähnenswert halten und vermeiden, indem sie die Mahalas nicht verlassen.Auch was den Schulbesuch der Kinder betrifft gibt es zahlreiche Probleme. Drei von vier Romakindern gehen im Kosovo nach einer Abschiebung nicht weiter zur Schule. Die von uns besuchten Familien berichten, dass die Kinder mithelfen müssen Geld zu verdienen, oder dass die Schulausrüstung für die Eltern unbezahlbar ist. Manche Kinder haben auch einfach Angst, vor Schikanen durch Lehrer oder Mitschüler und bleiben lieber den ganzen Tag zuhause. Bei abgeschobenen Kindern, die in Deutschland aufgewachsen oder sogar zur Welt gekommen sind kommt noch erschwerend hinzu, dass diese meist weder Serbisch noch Albanisch sprechen und so keinen Anschluss an den Schulunterricht finden können.
 
Eine Familie in Plementina in ...
... und vor ihrer selbstgebauten Hütte Die Wohnverhältnisse der Romafamilien sind meist menschenunwürdig einfach und beengt. Viele Familien können sich nur die Miete für die billigsten Wohnungen leisten oder leben in verlassenen Ruinen oder selbst gebauten Baracken. Oft sind die Behausungen feucht, verschimmelt und zugig. Viele Roma leben auch noch in maroden Flüchtlingslagern, mehr als 10 Jahre nach dem Krieg und ihrer Vertreibung. Es ist Gang und Gebe, dass alle Familienmitglieder, von den Eltern über die Oma bis hin zu den Enkelkindern und Schwiegertöchtern in einem einzigen Zimmer leben und schlafen müssen. Teilweise leben 10 Menschen in einem Raum von kaum mehr als 20 m2, ohne jede Privatsphäre. Auch Badezimmer sind Luxus! Wasseranschluss und Toiletten befinden sich meist im Freien. Besonders im Winter ist dies eine Zumutung, die sich die meisten in Deutschland lebenden Menschen kaum vorstellen können. Für warmes Wasser muss dieses erst auf dem Herd erhitzt werden. Das hierfür, sowie fürs Kochen und Heizten benötigte Brennholz kostet zwischen 40-50€ pro m3 und stellt für die Familien eine enorme finanzielle Belastung dar. Bei Temperaturen um die -20 °C recht so ein m3 grade mal für eine Woche, so dass viele gezwungen sind zu frieren oder auf Plastikmüll zurückgreifen.
 
Waschgelegenheit ...
und "Toilette" im Freien Zu essen gibt es meist nur das billigste: Brot, Kartoffeln und Bohnen. Frisches Obst, Fleisch oder Süßigkeiten gibt es nur in Ausnahmefällen. Auch die medizinische Versorgung ist stark eingeschränkt. Zwar wissen die meisten chronisch kranken genau welche Krankheiten sie haben und welche Medikamente sie benötigen, können diese aber nicht, oder nicht immer, bezahlen. Gelegentlich ist ein Arztbesuch kostenlos, meistens allerdings werden Beträge zwischen 5 bis 10 € für eine einfache Untersuchung verlangt. Bei komplizierteren Untersuchungen, etwa durch einen Spezialisten ist es auch schnell DEUTLICH mehr. Zu den Kosten für den Arzt und die Medizin kommen manchmal noch Fahrtkosten hinzu, die für viele Familien auch kaum zu tragen sind.
http://www.alle-bleiben.info/news/info-news91.htm

Unfaßbar - Eiskalte Abschiebung - die Zweite!

Fri, 10/02/2012 - 22:35
Unfaßbar - Eiskalte Abschiebung - die Zweite!
Sammelabschiebung nach Serbien, Belgrad
Di. 14.02. 2012 ab Düsseldorf-Flughafen

PROTEST:
    Düsseldorf Flughafen 14.2.2012
    8:00 h Gate "F" zwischen Feuerwehr und Tor 36  (gegenüber Parkhaus 7)
    Solidarität mit den Flüchtlingen
    10:00h Terminal B, Abflughalle
    Lautstarke Demonstration - Die eiskalte Ruhe brechen!

Aktualisierung:
    Flug ist wieder von FRONTEX koordiniert, Auftraggeberin isdie
    Bundespolizei Koblenz. Gebucht allein aus NRW ca. 80 Personen, darunter ca. 70 Roma und mehr als
  25 Kinder und Jugendliche die zusammen mit ihren Familien abgeschoben werden sollen - Buchungen schwanken aber noch.
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Unfaßbar!
Kaum ist die erste Sammelabschiebung abgeschlossen steht auch schon die nächste an - im tiefsten Winter!
 
Während in Serbien aufgrund des Wetters der Ausnhamezustand ausgerufen wird, Schulen geschlossen bleiben und weite Teile des Landes durch Schnee und Eis von der Außenwelt abgeschlossen sind beschließen deutsche Behörden die "ordnungsgemäße Rückführung" d.h. die brutale Abschiebung von Menschen nach Serbien!

Betroffen sind vor allem Roma, aber auch Serben/_innen und andere
Menschen, denen ein Aufenthaltsrecht in der BRD verweigert wird,
ungeachtet der persönlichen, familiären Situation, ungeachtet davon, dass viele der Abzuschiebenden ihr angebliches "Herkunftsland" nur aus Erzählungen der Eltern kennen.
 
Für Serbien besteht KEIN Wintererlaß wie für den Kosovo, d.h. Roma und andere Minderheiten, Familien mit kleinen Kindern, Minderjährige dürfen abgeschoben werden.
Dabei ist die Situation in Serbien um kein Deut besser als im Kosovo.

Wir wissen auch von einer schwer kranken, älteren Frau, die zur Zeit in Abschiebehaft in Büren sitzt. Sie soll kommende Woche mit nach Belgrad geflogen werden, wo es niemanden gibt der sie unterstützt, denn ihre gesamte Familie ist hier! Und das bei zweistelligen Minusgraden und tiefverschneiten Landschaften im Ausnahmezustand!

Staatlichen Rassismus stoppen!
Kommt zum Flughafen! Macht Aktionen in euren Städten!
Stopp aller Abschiebungen - sofort!

Eine webseite für die abgeschobene Familie Meta aus Otterndorf

Mon, 06/02/2012 - 19:39
Die Unterstützer_innen und Freund_inn_en von Familie META aus Otterndorf haben eine webseite aufgemacht um über die Abschiebung der Familie und ihrer aktuelle Situation im Kosovo zu berichten.

                                    http://familiemeta.jimdo.com/

Der älteste Sohn der Familie hatte ein Text geschrieben, als er noch in Deutschland war:


"Ich erzähl euch eine wahre Geschichte, die  geht um Flüchtlinge.
Ich bin einer von denen, denn ich habe viel gesehen, viel erlebt. Ich lüg dich nicht an mein Freund, ich sag's dir so wie es ist.

Ist die Wahrheit, ich war sieben, acht Jahre alt und ganz plötzlich knallts: rechts, links, links rechts! Scheiße yo, was machen wir denn nun?
Meine zwei Tanten haben neben uns gewohnt, dann haben wir uns versammelt und dann, gemeinsam weg gegangen, richtung Wald. Stune später, sahen wir wie unser Haus brennt, wir wussten nicht mehr wo wir sind.

Wir waren 20, 30 Mann, laufen weiter die Straße lang, Richtung Wald, es war eiskalt, doch es schneite trotzdem weiter, kein Scheiß!
Wir haben, ein zwei Tage im Wald geschlafen, Soldaten kamen, wir sind dann weiter, weiter weg gegangen.. nach Serbien.
Tote Leichen gesehen, viel Scheiß erlebt, doch ich danke Gott, dass ich noch leb', zusammen mit meiner Familie! Mein Name ist Lumpi G, ich bin stolz auf mich, dass es mich noch gibt, ich hab echt viel erlebt.

Und dann waren wir in Serbien:So kamen wir in einer alten Schule an, wir wussten nicht mehr was wir machen, mann! Eigentlich hat ab da, mein Leben keinen Sinn gehabt! Doch durch meine Eltern hat mein Leben irgendwie einen Sinn gehabt. Wußte, Lumni  in Deutschland, werd ich Lumpi G.
In dieser Schule, haben wir ein, zwei Jahre gelebt. Es war nicht schön, aber wenigstens ein Dach über den Kopf. Gott sei Dank kam er von uns, ging fort. Wir haben überlebt, doch manche nicht, der Bruder war weg, keiner weiß wo er steckt, bis jetzt! Wir haben echt großes Glück gehabt, sonst wär ich nicht mehr da, doch ich bin da!
Es war eine schlimme Zeit, ich habe Leute ohne Arme und Beine gesehen,  das ist kein Kinderspiel, sondern die wahre Realität. Das alles hab ich miterlebt und gesehen, ich danke Gott, dass ich immer noch leb!
Schlimme Zeit, ich habe eine schlimme Vergangenheit, doch endlich ist es damit vorbei! Ich bin froh, dass ich von da weg bin, sonst hätte mein Leben da keinen Sinn.
Ich freue mich, dass ich vom Kosovo weg bin, freue mich dass alles vorbei ist! Und hier bin ich in Deutschland und jetzt hat mein Leben einen Sinn! Ich hoffe ihr schickt uns nicht zurück, wenn doch, dann hat mein Leben echt keinen Sinn.

Tut mir das bitte nicht an, Deutschland ist meine Heimat, mann!
Versteh was ich meine, Kosovo ist kein schönes Land, weil ich gesehen hab, was Kosovo mit den Menschen gemacht hat, mein Papa ist davon krank.Das alles hat Kosovo mit ihm gemacht, er hat Kopfschmerzen jeden Tag!
Der arme Mann, er tut mir so leid, Kopfschmerzen jeden Tag, er kommt nicht klar. Bitte tut uns das nicht an, schiebt uns nicht ab. Wenn doch, knall ich mich ab. Doch das will ich nicht machen, ich will in Deutschland bleiben, ich bin hier aufgewachsen!

Ich komme aus Koso und ich will nicht zurück! Was soll ich da? Da hat mein Leben keinen Sinn, weil ich da niemanden kenn! Sogar meine Muttersprache hab ich schon verlehrnt! Ja man denkt, wie geht das? Früher hab ich sowas auch gedacht, aber jetzt kenn ich das, kann besser deutsch, als meine Muttersprache, kein Scheiß. Ich sag's dir so wie ich es meine. Wenn du aufmuckst, komm ich mit nem Panzer an. Nein, Spaß!! Ich hab genug von genug von dem Scheiß, mir reicht's! Aber wenn du aufmuckst, knall ich ab! Soll ich dich umbringen? Nein! Nein! Ich bin nicht dein Feind !

Versteh was ich mein, bitte tu uns das nicht an, schiebt uns nicht ab. "



ALARM ! Sammelabschiebung Kosovo am 07.02.2012 von Flughafen Düsseldorf

Thu, 02/02/2012 - 14:42
+++ALARM:+++ +++ALARM:+++ +++ALARM:+++ +++ALARM:+++


Eiskalte Abschiebung
Trotz Wintererlass in NRW (bedingter Abschiebestop in der kalten Jahreszeit) werden weiterhin Sammelabschiebungen in den Kosovo durchgeführt. Der nächste Flug geht am 07.02.12 von Düsseldorf, organisiert von FRONTEX, mit Zwischenstopp in Wien. Betroffen sind auch 10 Personen aus NRW.

Wie bei den letzten Sammelabschiebungen werden auch diesmal wieder Medienvertreter_innen und Aktivist_innen vor Ort sein.
Für Infos über Ort und Uhrzeit meldet euch bei abschiebestop@riseup.net
 
Mit Lärm, Transparenten und Flyern wollen wir im Flughafen auf die zeitgleich stattfindende Abschiebung aufmerksam machen.
Wir wollen unsere Präsenz zeigen, im Flughafen sichtbar machen, was sie so gerne unbemerkt an einem abgeschiedenen Gate abwickeln würden: Die massenweise Abschiebung von Menschen, die Verschleppung von Mitbürger_innen gegen ihren Willen, die im wahrsten Sinne des Wortes eiskalten Abschiebungen - ihre oft tödliche Abschiebemaschinerie.
Kommt eigenverantwortlich, denkt euch was aus und zeigt dem Flughafen und der Abschiebemaschine, was ihr von all dem haltet. Kommt mit Lärm und Transparenten, mit kreativen Ideen oder einfach nur so. Der Flughafen ist groß und sie hätten gerne ihre Ruhe, die sollen sie aber nicht bekommen.
Sand ins Getriebe der Abschiebemaschine!
Abschiebeflugzeuge auf den Schrotthaufen!
Jede_r hat das Recht zu bleiben und zu leben wo es ihr gefällt!
Gegen den kapitalistischen und rassistischen Normalzustand!
Kontakt zur Vernetzung gegen Abschiebung Flughafen Düsseldorf:
abschiebestop [ätt] riseup [punkt] net

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WORUM GEHT ES?
Bei den meisten Betroffenen handelt es sich um Roma, Ashkali und andere Minderheiten
Bis zu 150 Menschen sollen durch Sammelabschiebunben ihrem sozialen Umfeld entrissen werden. Sie werden unvermittelt in elendste Verhältnisse geschleudert. Als Roma im Kosovo zu leben, bedeutet absolute Verarmung, Ausschluss von medizinischer Versorgung, Unterbringung in (häufig bleiverseuchten) Flüchtlingslagern und Schutzlosigkeit gegenüber der anhaltenden rassistischen Gewalt.
Während die Betroffenheit über die antiziganistischen Progrome in Tschechien und Bulgarien kurzfristig über unsere Nachrichtensender gespült wurden, war nur unter größtem politischen Druck überhaupt ein kleiner, abgespeckter Wintererlass durchs Parlament zu kriegen. Auch wenn wir solche Erlasse für überhaupt keine Lösung halten, denn nur der sofortige Stopp aller Abschiebungen, egal wann und egal wohin kann eine Lösung sein – so sind es doch kleine Schritte, die für die Betroffenen wichtig sein können.
Im Kosovo ist es kalt, die Temperaturen sind z.T. weit unter Null, die Menschen haben keine Bleibe, in die sie kehren können. Sie werden aus Schulen, ihren Arbeitsplatz, aus Wohnungen, von ihren Freund_innen weggerissen.
Die Hälfte aller abgeschobenen Kinder hat das sogenannte Herkunftsland nie kennengelernt. Sie sind hier geboren worden und sprechen oft kein Wort der dortigen Sprache, sie werden in eine ungewisse Zukunft und ins Elend geschickt – von den staatlichen Behörden!
Abschiebung bedeutet Gewalt!
Diese Roma sind die Nachfahren der Opfer des nationalsozialistischen Rassen- und Vernichtungswahns. Dennoch verweigert Deutschland ihnen ein Bleiberecht. Der Krieg gegen Jugoslawien, den Deutschland maßgeblich vorangetrieben hat, führte erst zu der massenhaften Flucht von ethnischen Minderheiten aus dem Kosovo. Deutschland hat eine besondere Verantwortung gegenüber den Roma!

Dabei ist die bundesdeutsche Abschiebepolitik nur ein Teil einer europäischen Abschiebepolitik. Dieser Flug wird von FRONTEX organisiert.
Zunehmend werden Sammelabschiebung von dieser brutalen „Grenzschutzagentur“ durchgefüht. Wirtschaftlicher, auf europäischer Ebene, in den Irak, nach Nigeria, nach Serbien, Kosovo, Montenegro und andere.

Um wirtschaftliche, geostrategische und hegemoniale Interessen durchzusetzen wird Europa zur Festung ausgebaut. Organisationen wie Frontex kontrollieren im Auftrag der Mitgliedsstaaten militärisch hoch aufgerüstet die Außengrenzen. Tote werden dabei nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern sind eine Folge dieser militärischen Abschottung. Und die nordafrikanischen Staaten und ihre Diktatoren dienten jahrelang als willkommene Helfer und Verbündete in dieser tödlichen Abschottungspolitik. Ob Frontex an den Außengrenzen, desaströse und tödliche Zustände in UNHCR-Flüchtlingslagern , Abschiebeknäste innerhalb und außerhalb Europas oder rassistische Sondergesetzgebung: Sie alle sind gewollte Instrumentarien einer Abschottungspolitik der Wirtschaftsmacht Europas. Abschiebungen sind dabei ein Teil dieser Politik.

Der Flughafen Düsseldorf ist nach Frankfurt/Main der zweitgrößte Abschiebeflughafen. Um Abschiebungen, „effektiver“ und „ungestörter“ ablaufen zu lassen werden häufig die so genannten Sammelabschiebungen durchgeführt. Ein gechartertes Flugzeug inklusive Flugbegleitung und Pilot_innen soll abseits des Touristengeschäfts die konsequente Umsetzung von Abschiebungen gewährleisten. Frontex organisiert zunehmend diese Flüge.
Wir werden es weiterhin nicht im Stillen geschehen lassen! Bei jeder dieser Abschiebung wollen wir vor Ort sein!
Gegen den kapitalistischen und rassistischen Normalzustand!

Kontakt zur Vernetzung gegen Abschiebung Flughafen Düsseldorf:
abschiebestop [ätt] riseup [punkt] net